Was ist Supermotivation?

Über die Jahre habe ich es gemerkt: Motivation ist was ganz Natürliches, sie folgt einer Sinuskurve, sie geht auf und ab, so wie wir das aus dem Physikunterricht kennen. Das scheint grundsätzlich ein Naturgesetz zu sein. Doch kann man eventuell – um bei der Physik zu bleiben – die Amplitude höher schrauben als das Tal tief?

In der Toastmasters Zeitschrift[1] habe ich dazu einen interessanten Artikel von Shawn Doyle gefunden. Der Autor stellt 6 – wie er sie nennt – Geheim-Tipps der „Super-Motivierten“ vor und summiert sie mit dem Satz „Du bist was du denkst“. Bevor Sie jetzt, so wie ich es getan habe, gähnen und „Oje“ und „Schon wieder“ sagen, lesen Sie bitte weiter. Könnte hilfreich sein.

  1. Wähle dein Umfeld sorgsam aus!
    Das Sprichwort „Wo Mist reingeht, kommt Mist heraus“ hat etwas für sich. Wer – so wie ich aufgrund meiner journalistischen Vergangenheit – nachrichtensüchtig ist, in Facebook nicht – wie ich es mir schon oft vorgenommen habe – alle politisierenden Kontakte rigoros entfernt, setzt sich unweigerlich deren zerstörerischer Negativität aus. Nicht einmal meinen Vorsatz nicht mit-zu-politisieren – weil das jedes Mal einen Ratenschwanz an weiteren blöden Kommentaren hervorruft – kann ich wirklich lückenlos einhalten! Die Super-Motivationores, so Shawn Doyle, fokussieren sich hingegen auf aufbauende und inspirierende Informationen. Das heisst ja nicht, dass sie den Kopf in den Sand stecken. Sie verschwenden bloss keine Energie in Dinge, die sie sowieso nicht ändern können.
  2. Schreibe deine Ziele auf!
    Das ist das Uralt-Credo aller Motivationstrainer: Ziele aufschreiben, kurzfristige, mittelfristige und langfristige. Wie oft habe ich das schon in bester Absicht in Seminaren getan, und dann nie wieder in die Mitschriften geschaut! Ich habe „Dreamboards“ in Grossformat angefertigt, Post-it’s an Spiegel geklebt – und nach ein paar Tagen durch sie hindurchgeschaut, sie einfach nicht mehr wahrgenommen. Trotzdem, es ist richtig: Man muss sie sich ins Hirn knallen, immer und immer wieder, dem Hirn sagen wo’s lang geht. Das ist nämlich behäbig und bleibt gerne in alten, ausgefahrenen Bahnen. Du musst ihm neue Schienen legen, auf denen es dann dahindampfen kann wie eine gute alte Dampflokomotive.
  3. Umgib dich mit positiven Menschen!
    Wir sind beständig im Austausch mit den Menschen, die uns umgeben. Das machen die Spiegel-Neuronen, hat man herausgefunden. Aber so stark, dass WIR alle rund um uns ins Positive beeinflussen, sind wir in der Regel nicht. Es ist wie mit warmem und kaltem Wasser: mit der Zeit wird’s lauwarm; wir nehmen von ihnen an, wie sie von uns, mal mehr, mal weniger, aber irgendwie ganz bestimmt. Also: Meide die Energieräuber, sie schaden dir und du nützt ihnen übrigens auch nicht wirklich was!
  4. Führe ein Positiv-Tagebuch!
    Ich bin im Nahbereich von Jesuiten-Patres aufgewachsen. Die hatten immer ein dickes schwarzes Büchlein mit, in dem sie jeden Tag lasen, ihr Brevier. Das bestärkte sie ganz sicher positiv in ihrem Beruf, der zur Schau gestellten Glaubensfestigkeit. Warum machen wir das nicht auch? Shawn Doyle schlägt ein Journal vor – die Bezeichnung kommt ja vom Wort für Tag, gemeint ist JEDER Tag – in das wir jeden Morgen, vor dem Start in den Tag, unsere positiven Affirmationen, Ziele und Träume wieder und wieder reinschreiben. Gute Idee.
  5. Pass’ auf was du sagst!
    Eine der Handlungsempfehlungen im Buddhismus lautet „Rechte Rede“. Worte können zu Taten werden, pass’ also auf was deinem „Horkos Odonton“, dem „Gehege Deiner Zähne“, wie es bei Homer so schön heisst, entschlüpft. Ist es nämlich einmal draussen kann es so leicht nicht mehr zurückgenommen werden. Wir erleben das ja immer wieder in den politischen Schlammschlachten. Einmal gesagt, kann so manches unfreiwillig zum Programm werden. Das hängt nicht nur mit der Umwelt zusammen, die uns darauf festnagelt, sondern auch mit einem geheimnisvollen inneren Prozess: Wir programmieren uns mit dem was wir sagen selbst. Und das gilt auch für das Nicht-Laut-Gesagte, nur im inneren Selbstgespräch dahinräsonierte. Sag’ also, so Shawn Doyles Rat, vor einer Präsentation nicht „Oh Gott, hoffentlich geht das gut“, sondern „Hej super, jetzt reiss’ ich die Welt ein, das wird toll werden.“ Du sagst es und dann denkst du anders. Dein Hirn ist nämlich dein bester Freund, es glaubt dir was du ihm sagst.
  6. Beobachte was du denkst!
    Das ist eine ureigene menschliche Fähigkeit, sich selbst beim Denken zu beobachten. Wir tun’s nur viel zu selten, weil wir im Alltagsgetriebe nicht zur Ruhe kommen. Wann immer du dich bei einem negativen Gedanken ertappst ersetze ihn durch einen positiven! Sei nicht ärgerlich und weise ihn nicht zurecht, unterdrücke ihn nicht, damit stärkst du ihn nur. Nimm ihn einfach zur Kenntnis und denke was Positives.

Der „Hausphilosoph“ der Amerikaner, den sie immer wieder zitieren, Ralph Waldo Emerson, sagt: „Die einzige Person die zu werden dein Schicksal ist, ist diejenige die du entscheidest zu sein.“

Das hat was.

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[1] „Toastmaster“, March 2016, page 11, Shawn Doyle, ATMB, author and lifecoach, http://www.shawndoylemotivates.com. Original erschienen in http://www.addicted2success.com

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