Apple’s 13 Mrd Steuer-Unsinn

Apple soll also laut irgendwelchen EU-Ämtern 13 Milliarden Dollar Steuer nachzahlen. Das sorgt für Jubel in den Sozialen Medien, so mit dem Tenor „die sollen nur brennen, diese Gauner“.

Was für ein Unsinn! Was macht Apple? So wie andere globale Unternehmen auch verkauft es seine Waren in vielen Ländern und transferiert das, was übrig bleibt – man nennt das üblicherweise den Gewinn – unter verschiedenen Bezeichnungen nachhause in die Zentrale. Und was passiert dort? Dort wird geforscht und entwickelt, zB ganz neue Anwendungen, von denen wir „Normalsterblichen“ noch nicht einmal träumen, zB neue, schickere, leistungsfähigere Geräte, auf die ja offensichtlich viele Leute ganz geil sind, sonst würden sie sich nicht vor den Geschäften anstellen um die ersten zu sein, die das Neue bekommen, obwohl ihr altes Handy immer noch tadellos telefoniert und ihr altes iPad  und ihr iMac immer noch klaglos eMails schreiben.

Hat ein Unternehmen wie Apple nicht die Möglichkeit an Innovationen zu arbeiten, zumindest nicht im gleichen Umfang, weil ihm diverse Steuerämter das Geld dazu wegnehmen, ist diese Entwicklung zu Neuem, Innovativen wenn schon nicht gänzlich verhindert, dann zumindest stark gebremst.

„Na und?“ werden die Pessimisten sagen, denen die jeweils alten immer die guten Zeiten sind, „braucht doch eh niemand das Zeug, verblödet doch nur, geht über den reinen Nutzen, nämlich telefonieren, ein bissl fotografieren und was schreiben, hinaus, mehr braucht der Mensch nicht, das sind doch nur angebliche Bedürfnisse, die den Menschen eingeredet werden, um sie zu willenlosen Konsumsklaven zu machen.“

Mich schüttelt’s bei solchen und ähnlichen Sprüchen jedes Mal wieder: Das hatten wir doch schon! In der DDR, in die bis auf ein paar unverbesserliche Romantiker keiner zurück will ,wurde alles geplant: wie viele Autos man braucht, was ein solches können muss, nämlich nicht mehr als einen von A nach B zu bringen, wie lange es halten muss, sprich wie lange man warten muss bis man ein neues beanspruchen darf usw. Schüttelt’s Sie’s? Wenn ja, dann sind Sie zunächst einmal grundsätzlich auf meiner Seite, denn mich schüttelt’s auch.

Was war denn die Folge dieser Planwirtschaft? Verkürzt gesagt: den Menschen im Osten ging es insgesamt schlechter als denen im Westen. Deshalb haben die einen eine Mauer gebaut und die anderen das KDW – das „Kaufhaus des Westens“ – üppigst ausgestattet um es denen „da drüben“ so richtig zu zeigen wie schlecht es ihnen geht.

Was war dort in der Planwirtschaft geschehen? Die Staatsmacht hat keinen freien Unternehmen ermöglicht ihre Chancen wahrzunehmen, ihre Kreativität ausspielen zu können – und genau das passiert in abgewandelte Form wenn Staaten den Unternehmen das Geld wegnehmen, das sie dafür brauchen. Gut, wir sind nicht auf DDR-Verhältnisse zurückgefallen, denn die Unternehmen wissen sich zu helfen, nicht nur ,dass sie nach Wegen suchen ihr Geld zu retten – und,  glauben Sie mir, sie werden immer welche finden, da fallen sogar mir auf Anhieb welche ein – sondern auch indem sie sich ihnen entzogene Geld bei den Banken besorgen und sich verschulden. Das hat im gesamten industrialisierten Westen zu einem heillos aufgeblähten Bankensektor geführt, der, wie man so schön sagt, mittlerweile „too big to fail“ ist, d.h. die Staaten, sprich: wir staatserhaltenden Steuerzahler, müssen die Banken „retten“, weil deren Pleite zu weitreichende Folgen für das gesamte Staatswesen haben würde.

Wie sehr die Banken die Lebensader unseres Volkswirtschaften sind kann man auch daran sehen, wie verzweifelt die Zentralbanken die Zinsen bis unter Null senken um die Unternehmen nur ja zu motivieren, das Geld doch zu nehmen und zu investieren. Dass das nur schleppend bis gar nicht funktioniert lesen wir jeden Tag in der Zeitung.

Dabei wäre alles so einfach: Beliesse man den Unternehmen ihr verdientes Geld, bräuchten sie die Kredite zum Großteil nicht und würden nicht die Banken ins Absurde aufblähen.

Die Zinsen, die die Unternehmen den Banken zahlen haben listigerweise noch einen anderen Effekt: sie senken die Steuerbasis. D.h. je mehr Zinsen ein Unternehmen an die Banken zahlt, desto eher entkommt es der Steuer. Warum denn sonst, glauben Sie, fahren so viele Leasingautos herum? Man kann mit einem Wagen protzen, den man sich eigentlich nicht leisten kann, weil man ja nur die Raten zahlt und mindert auch noch die Steuer. Jeder Leasingverkäufer und jeder Steuerberater kann Ihnen das vorrechnen.

Ist dieses System gesund? Ich sage nein. Nicht, weil ich ein Freund von Apple & Co wäre. Sondern weil ich der Meinung bin, dass, wenn man den Unternehmen ihr Geld lässt, sie damit ja etwas anfangen müssen, und meist ist das etwas Sinnvolles. Das neue iPhone – um beim Apple Beispiel zu bleiben – generiert ja neue Apple Shops, in denen Angestellte einen Job finden, mit dem sie Brot und Butter kaufen und die Miete zahlen, Shops, an denen Ladenausstatter verdient haben, Shops, die Werbung machen, an denen TV und Zeitungen verdienen usw. und die lokale Mehrwertsteuer zahlen sie ja sowieso. Sie haben doch sicherlich auch bemerkt, dass es jetzt viel mehr Apple-Shops gibt als vor fast 30 Jahren als ich als Fan der ersten Stunde noch mit der Lupe nach einem Apple Händler suchen musste.

Alles in Allem: Innovation schafft Arbeit und Wohlstand für viele – man darf sie nur nicht behindern, indem man den Kreativen dieser Welt, das sind die Unternehmer, das Geld dazu wegnimmt.

Aber die gute Nachricht ist: globale Unternehmen lassen sich ohnedies nichts wegnehmen, die populistische EU-Steuerforderung wird in absehbarer Zeit sowieso ins Leere gehen.

Auf der Strecke bleiben aber die unzähligen Unternehmen, die es nicht in die globale Welt hinaus geschafft haben und die in ihrem jeweiligen Zuhause vom Staat gepiesackt werden – nicht nur weil, sondern auch mit dem Effekt, dass sie ja keine Chance haben, selbst in die Welt hinaus gehen zu können und so mehr Wohlstand auch zuhause schaffen könnten. Der alte Staatssozialismus ist in populistischer Form, getarnt als „Steuergerechtigkeit“ fröhlich wieder da.

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